Pilgern

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Rund ums Pilgern:

Pilgern 2011: Etwa 25 Minuten aus dem Leben des Pilgerservices

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Nächster Treffpunkt: Klein Haasdal, an der Rochuskapelle - gleich hinter Schimmert, hat Joachim gesagt. Nach 5 Minuten Ortsdurchfahrt kam ein Kreisel. Durch den Kreisel durch und schon steht da: Klein Haasdal. Wie klein ist Klein Haasdal? Ich fahre langsam weiter. Nach etwa 2 Minuten das letzte Haus. Jetzt weiß ich, wie klein Klein Haasdal ist. Nur die Rochuskapelle habe ich nicht gefunden. Also wenden und auf der anderen Seite schauen. Nach etwa 2 Minuten immer noch keine Rochuskapelle. Ich glaube, ich nehme all meinen Mut zusammen und frage Jemanden. Am besten jemand Jüngeren (hoch leben meine Vorurteile). Da vorne steht einer. „Sprechen Sie deutsch?" (Herzklopfen, hoffentlich versteht er mich und ich ihn). Seine Antwort: „Ja." Ich lasse innerlich einen Jubelschrei los: Juhu, er versteht mich. „Können Sie mir sagen, wo die Rochuskapelle ist?" Seine Antwort: „Tut mir leid. Ich bin nicht von hier." - und das in astreinem Deutsch. Was mach ich jetzt? Wieder allen Mut zusammennehmen, dort kommen 2 Frauen. „Sprechen Sie Deutsch?" „Ja." (Diesmal sind es 2 Niederländerinnen, ob das gut geht?) „Können Sie mir sagen, wo die Rochuskapelle ist?" „Ja, gleich da vorne." „Danke, Sie haben mir sehr geholfen." Die Straße ganz langsam nach unten. Immer noch keine Kapelle in Sicht: Wieder in den Kreisel und die Straße rauf. Gaaanz laaangsaaam. Die Frauen kommen mir entgegen, deuten hinter mich. „Da hinten ist die Kapelle. Wir bleiben davor stehen." Ich, wenden, zurück - und wo stehen die 2 Frauen? Vor einem klitzekleinen Kappellchen, etwa 2 x 3 Meter groß und ca. 3 Meter hoch mit Dach drauf. In meiner  Vorstellung war die Kapelle viel, viel größer. Wo werden wir jetzt Andacht halten und unser Mittagessen zu uns nehmen? Vielleicht neben dem Zirkus auf dem Platz neben der Rochuskapelle? „Lieber nicht", sagt Joachim (die Pilgergruppe ist nach etwa 2,5 Stunden Fußmarsch aus Geleen angekommen), „jeder Meter vor dem Essen zählt. Lasst uns zur Marienkapelle gehen." (Mist, wo ist die denn?) Markus tröstet mich: „Es ist schön, dass du extra einen Zirkus für uns engagiert hast!"

P.S. Das Marienkapellchen liegt am anderen Ende von Klein Haasdal und wir konnten nur vor ihr unsere Mittagsandacht halten und das Mittagessen (Brot, Wurst, Käse, Obst, Wasser und Nachtisch) zu uns nehmen.                        

Auf den Spuren der Jakobspilger

Wollen wir auch in diesem Jahr wieder unterwegs sein. Zum mittlerweile fünften Mal bieten wir gemeinsam mit der Stadtkirchengemeinde in Offenbach eine fünftägige Tour auf dem Jakobspilgerweg an. Dieses Jahr führt uns die Strecke vom 04. bis 08.09. durch die Niederlande von Roermond bis Maastricht. Jeder Pilgertag wird durch Gebete und einen abendlichen Abendmahls-gottesdienst gegliedert. Darüber hinaus ist auch viel Raum für persönliche Gespräche, Stille und Geselligkeit. Wer mitpilgern möchte, sollte über gutes Schuhwerk verfügen. Eines Tagesstrecke beträgt ca. 20 km. Getragen werden muss dabei nur das „kleine" Gepäck, da das „große" Gepäck durch ein Begleitfahrzeug zu den jeweiligen Unterkünften gebracht wird. Die Kosten richten sich nach der Menge der Teilnehmenden (Höchstzahl 18 Personen) und den Preisen für die jeweiligen Unterkünfte, die wir zurzeit noch nicht beziffern können. In den vergangenen Jahren waren es ca 150 Euro an Übernachtungskosten plus Benzin- und Verpflegungskosten.

Anmeldung bis spätestens 30.06. bei J. Bundschuh, 069/80068626

Pilgern 2010: Es geht voran

Der Weg ist das Ziel - und das ist gut so!

PilgernDenn wenn wir immer nur an das eine große Ziel, die Ankunft in Santiago de Compostella denken würden, könnten wir womöglich die kleinen Etappen- und Zwischenetappenziele gar nicht genügend würdigen, was sehr schade wäre.

Und wie sehr haben wir uns nach einem verregneten Dienstag morgen über das Dach über dem Kopf, den Tee und Kaffee, die Trockenheit im Gemeindezentrum in Straelen gefreut, wie einladend war der Parkplatz am „Weißen Stein", als Christel uns wieder mal aufs Beste (diesmal mediterran) versorgte, wie groß war die Wiedersehensfreude im Café des botanischen Gartens in Steyl , wo wir zwei unserer letztjährigen Mitpilger (Nico und Marejin) trafen und wie nett war es in Kevelaer zu starten, der Schlussetappe des letzten Jahres, wo wir vertraute Wege vorfanden . . .

Es ging also voran in diesem Jahr, erstmalig eine Folgeetappe im Blick und zum wiederholten Mal gestaltet von Joachim Bundschuh und per Bus begleitet von Christel Piontek. Im Vertrauen auf dieses bewährte Team machten sich am 05.09. elf Pilgerinnen und Pilger aus der Stadtkirchengemeinde /Offenbach und der Friedensgemeinde in Kelsterbach auf den Weg von Kevelaer nach Roermond. Und so überschaubar das Streckenprofil auch war, so vielschichtig waren die Gespräche und der „geistige Input". Hauptsächlich beschäftigten wir uns (Moses, die Israeliten und Joshua im Hinterkopf) mit Lebens-Wegen, Umwegen, Zielen und Aufbrüchen in unseren Leben, dachten schweigend darüber nach und kamen miteinander ins Gespräch.

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Und wir hatten Spaß, lernten einander besser kennen, lachten viel und gingen so Schritt für Schritt voran - bis Roermond, wo es dann vielleicht im nächsten Jahr heißt: „Pilgern V, auf nach Maastricht".

Pilgern 2009: Alles wie immer, alles ganz anders

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Unsere diesjährige Pilgerreise bildete in einigen Aspekten das Kontrastprogramm zur Pilgerreise des vergangenen Jahres: strahlende Sonne, stark gesunkenes Durchschnittsalter, erhöhter Männeranteil und nur eine kleine Steigerung, von den Niederländern allerdings vollmundig Teufelsberg getauft.

Wie die amerikanischen Siedlertrecks hätten wir rufen können: „Westwards, ho!", denn es ging über die holländische Grenze nach Nijmegen.

Abends erwarteten wir nur eine gemeinsame Andacht in der holländischen Partnergemeinde von Kelsterbach. Wir wurden aber durch hübsch gedeckte Tische und ein opulentes Buffett überrascht und bekamen zur Erinnerung winzige Holzschuhe geschenkt. Ganz mühelos ergaben sich gute Gespräche, befördert durch die aus-gezeichneten Deutschkenntnisse unserer Gastgeber. Da konnte nur unser sprachbegabter Pfarrer in fließendem Niederländisch mithalten.

Eine Pilgerfahrt ist keine Kulturreise und so blieb kaum Zeit, einen kurzen Eindruck von der hübschen Stadt zu gewinnen. Auffällig die vielen Radler und die schmucken, niedrigen Häuser. In einer winzigen, uralten Kapelle erhielten wir - wie schon Generationen von Pilgern vor uns - den Reisesegen.

Am ersten Tag konnte uns eine größere Gruppe aus Nijmegen begleiten, danach nur noch zwei, die gehörig befragt wurden. Wir erfuhren, dass in Holland keine Kirchensteuer erhoben wird, weswegen sich die Gemeinden durch freiwillige Beiträge finanzieren müssen. Auch bei der Taufe gibt es Unterschiede: oft wird gewartet, bis der Mensch selbst entscheidungsfähig ist.

Wir Mittelgebirgler erlebten den Gang durch die fruchtbaren Flussebenen des Niederrheins mit den weiten Ausblicken wie einen Ausflug in ein altes Gemälde. „Das Land war hell und weit", wie es in dem bekannten und gern gesungenen Lied in unserem Gesangbuch heißt.

Unser Endpunkt Kevelaer, alter Wallfahrtsort, bereitete einem Teil der Gruppe einen kleinen Kulturschock. Diese Art katholischer Volksfrömmigkeit hatten einige so noch nicht erlebt. Diese Menge an Papstbilder, überreich geschmückten Kirchen und Kapellen, Priester, Kerzen, Devotionalienläden und des Weihrauchs brachte den Kontrast zur eigenen Glaubensrichtung deutlich vor Augen und ins Gefühl.

„Protestantisch aus gutem Grund"?

Was macht nun das Pilgern aus? Der Gedankenaustausch mit den Weggefährten, der unterschiedliche Ausdruck von Frömmigkeit in den aufgesuchten Kirchen, die Begegnung mit sich selbst und dem eigenen Glauben in den Schweigephasen? Kommt mit und probiert es aus!!!

Pilgern 2008: Catering-Service beim Pilgern

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Die Planung fing schon zu Hause an: Kühltasche mitnehmen oder nicht? Hat sich erledigt – bei Regen und gefühlten 8°C. Es stellte sich höchstens die Frage: Wo bekomme ich Glühwein oder doch wenigstens heißen Tee her?

Den ersten Einkauf tätigte ich in Trippstadt, in einem Geschäft Namens Wasgau (wie im letzten Jahr auch schon): Pfälzer Mettwürstchen, Fleischwurst, Chilipeitschen (für Nichtpfälzer und Nichtpilgerer: auch eine Wurstsorte), Käse, Brot, Wasser und als Nachtisch Kekse (natürlich Biokekse mit Ballaststoffen, ich musste sie ja bei Kräften und bei Laune halten). Und wie es sich für so ein opulentes Mahl gehört, wurde es in passender Umgebung eingenommen: der katholischen Kirche in Trippstadt.

Wie auch schon im letzten Jahr nehme ich natürlich  auch wieder Wünsche entgegen. Der Wunsch von Markus war: Ich wünsch mir ne leine Miezekatze … (die nicht mehr ganz so Jungen kennen das Lied von Wum und Wendelin – Loriot). Mal sehen in welchem Geschäft ich die bekomme.

Gleich am zweiten Abend kam zum Katering- noch der Shuttle-Service hinzu. 2 Fahrten nach  ?  zur Abendandacht und zum Abendessen. Und das Ganze später wieder zurück zu unserer Unterkunft, dem Seehotel in ?  .  Na ja und dann am nächsten Morgen hin zur Morgenandacht und zurück zum Weiterpilgern. Danach ging’s ab zum Erfüllen der
Sonderwünsche: 1. Zurück zum Ausgangspunkt (Johanniskreuz) um den vergessenen Wecker des Pfarrers zu holen. 2. Danach Nasentropfen und Vitamin C mit Zink in der Apotheke für Renate besorgen. 3. Außerdem noch die Karotten für Rosi. Richtig, und Postkarten musste ich ja auch noch einwerfen.

Selbst vor fremder Hilfe schreckt der Katering-Service nicht zurück. Auf der Suche nach dem Katering-Shuttle-Service-Treffpunkt auf dem 2. Parkplatz (den 1, gab es gar nicht), musste ich  die Hilfe von sechs Wanderern in Anspruch nehmen, die mir anhand ihrer Karte zeigten und erklärten wo der 2. Parkplatz war. Nach ca. 50 Minuten warten auf dem Parkplatz kam ein Anruf: Wo bist du denn? Wir warten auf dich! Also  doch der falsche Parkplatz. Das nächste Mal will ich aber eine eigene  Landkarte haben. Soviel Service muss es dann doch sein - auch für mich.

Da sag noch mal Einer: Du hattest es gut, du konntest fahren und musstest nicht laufen. Trotz allem kann ich nur sagen: ich war mit lauter netten Menschen unterwegs, habe nette Menschen getroffen und würde es jederzeit wieder tun. Nur vielleicht könnte das Wetter das nächste Mal ein bisschen besser sein. 

Pilgern 2007: Ich bin dann mal weg

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Wir waren auch mal eben weg… wir – die Pilgerinnen und Pilger der Evangelischen Friedensgemeinde Kelsterbach und der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Offenbach/Main. Elf an er Zahl, mit unserem Pfarrer Joachim Bundschuh. Der Abschied von Kelsterbach am 03.10.07 war etwas verspätet, aber nicht ohne den Segen Gottes.

Die Fahrt zu unserem Ausgangsort Hornbach im Saarland war begleitet von schlechtem, trübem und nebligem Wetter; aber wir waren voller Zuversicht.

So wurden wir bei unserer Ankunft auch von der Sonne begrüßt. Nach der Abendmahlsfeier in der Klosterkirche konnten wir sogar unter freiem Himmel draußen im Hof des Klosterhotels tafeln. Ein freundlicher Ober versorgte uns mit Kissen und Decken.

Am 04.10.07 wurde es ernst mit „Pilgern“! So haben wir in drei Tagen über 60 km zurück gelegt auf dem Nordweg des Jakobsweges von Hornbach aus über Hengstbach/Mittelbach, Blieskastel, Biesingen, Saarbrücken/Güdingen auf den Herapel hinunter nach Forbach in Lothringen.

Am 07.10.07 nach dem Frühstück haben wir in der evangelischen Kirche von Forbach einen Abschiedsgottesdienst mit Abendmahl gefeiert, bevor wir die Heimreise antraten. Zwei Dinge sollten aber nicht unerwähnt bleiben: „das Wetter und Frau Piontek“. Der liebe Gott hat es gut mit uns gemeint. Er hat uns tagtäglich herrlichstes Wetter beschert, so wie man es sich nur wünschen, aber nicht verdienen kann. Danke!

Frau Piontek hat uns auf den Etappen mit dem Bus samt Reisegepäck begleitet und uns als „Caterer“ jeden Mittag auf das Beste versorgt, mit den „Köstlichkeiten“ die ein Pilger zur Stärkung braucht. Auch ihr an dieser Stelle herzlichsten Dank!

Vielleicht sagen wir auch im nächsten Jahr wieer: „Wir sind dann mal weg…“, auf der Fortsetzung des Jakobsweges von Forbach aus. So Gott will.

Pilgerfahrt / Jakobsweg 2007