März 2007

Liebe Gemeinde,
Wenn Sie nur drei Dinge mit auf eine einsame Insel nehmen dürften, was würden Sie mitnehmen? Die Antwort auf diese Frage will gut überlegt sein. Denn schließlich hängt das Überleben auf dieser Insel
davon ab, dass man das richtig mitnimmt.

Nun werden die wenigsten von uns vor eine solche Entscheidung gestellt – dennoch denke ich, dass es gut ist, sich einmal Gedanken darüber zu machen. Gedanken darüber, was denn das wichtigste in unserem Leben ist.

Dem auf die Spur zu kommen ist gar nicht so einfach. Denn schließlich gibt es so vieles, was ich gut gebrauchen könnte, und was für mich im Leben wichtig ist. Um da herauszubekommen, was das Wesentliche in meinem Leben ist, brauche ich Zeit und einen Raum, in dem ich es ausprobieren kann.

Eine solche Zeit, ein solcher Raum will für uns die Passionszeit sein – eine Zeit, in der ich eingeladen bin, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, und mich weniger als sonst ablenken zu lassen von den
vielen Alltäglichkeiten, die mich gefangen nehmen.

Dabei kann es hilfreich sein, sich „Auszeiten“ zu nehmen, „Atempausen“, in denen ich mich aus meinem Alltagsgeschäft – wenn auch nur für kurze Zeit – heraus ziehe und versuche, einmal ganz bei mir zu sein. Helfen wollen dabei die Gottesdienste, die wir feiern und die Liturgischen Abendgebete, in denen jede Woche dem Wesentlichen im Leben Raum gegeben wird.

Warum das alles? Weil es ums Wesentliche geht, um das, wovon jede und jeder von uns letztlich lebt. Um das, was sich zeigt, wenn es Hart auf Hart kommt und der Alltag kopf steht. Das, was sich zeigt, wenn die Schwierigkeiten und Katastrophen kommen, fromm gesagt: Wenn mein Karfreitag da ist. Da ist es gut, wenn ich nicht das Falsche eingepackt habe auf die einsame Insel, auf der ich mich dann sehr schnell befinde.

Deshalb ist es gut, zu wissen, was mich in meinem Leben trägt. Damit es mich auch dann tragen kann. Für mich ist es deshalb wichtig, mich immer wieder auf Gott zu besinnen. Weil Gott für mich das Wesentliche
schlechthin im Leben ist. Das, oder besser der, auf den es ankommt.

Dass mit Gott auch dann noch zu rechnen ist, wenn alles aus ist, das feiern wir schließlich Anfang April wieder: An Ostern, wo Gott in der Auferstehung Jesu – und damit der Verheißung der Auferstehung für uns alle - deutlich macht, dass der, wovon wir wirklich leben uns nicht im Stich lässt. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Passions- und Osterzeit,

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