Dezember 2007
Liebe Gemeinde!
Advent ist die Zeit der großen Sehnsüchte. Die einen sehnen sich nach Ruhe, nach Stunden er Muße und der Einkehr, andere sehnen sich in die Zeit ihrer Kindheit zurück, in der der Advent noch eine echte Zeit der Erwartung war, wieder andere spüren in dieser Zeit besonders die Sehnsucht nach Geborgenheit und Harmonie, ja nach so etwas wie einem weltweiten Frieden.
Ich denke, jede und jeder hat so seine ganz eigenen Sehnsüchte, die in dieser besonderen Zeit immer wieder aufbrechen.
Seinen tiefsten Grund haben all diese Sehnsüchte im Advent, in der großen Sehnsucht, die diese Zeit prägt: Die Sehnsucht nach Gott. Und damit die Sehnsucht danach, dass alles Schwere, das es auf dieser Welt zu tragen gibt, sich auflöst in´s Leichte. Schon unsere Adventslieder sprechen von dieser Sehnsucht: „Wo bleibst Du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt?“ heißt es z.B. in dem Lied „O Heiland, reiß die Himmel auf“. Ja, wo bleibt der „Trost der ganzen Welt“? Wo bleibt die Erfüllung, die doch zur Sehnsucht dazu gehört, damit die Sehnsucht nicht einer großen Resignation Platz macht?
Wir gehen in den Tagen des Advent auf Weihnachten zu, auf das Fest, an dem wir das Kommen Gottes in die Welt feiern. Zugleich aber wissen wir, dass auch mit Weihnachten die große Sehnsucht nach einer Welt, in der das Leben gesiegt hat und in der es kein Leid und kein Geschrei mehr gibt sich nicht erfüllt. Die Erfüllung dieser Sehnsucht steht noch aus. Deshalb bedeutet die Adventszeit eben nicht nur das Warten auf die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem, sondern zugleich die Erwartung, dass Christus einst wiederkommen wird und sich mit ihm die Verhältnisse endgültig zum Guten hin verändern werden.
Und bis dahin? Bis dahin werden wir unsere Sehnsucht spüren in den vielen großen und kleinen persönlichen Sehnsüchten, die wir haben, und in ihnen werden wir gegen die Zustände protestieren, die solche Sehnsüchte erst nötig machen. Und wir dürfen seit dem Kommen Gottes in Jesus Christus in den vielen kleinen Erfüllungen, die es heute schon gibt, einen Vorgeschmack auf die Erfüllung der großen Sehnsucht erleben. Einen Vorgeschmack, der uns nicht aufhören lässt zu Hoffen und aus dem Vertrauen heraus zu leben, dass Christus einst die große Sehnsucht erfüllt.
Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne eine sehnsüchtige und erfüllte Adventszeit und einen guten Beginn des Jahres 2008.
| Anhang | Größe |
|---|---|
| Den Gemeindebrief herunterladen | 656.37 KB |