Oktober 2006
Liebe Gemeinde,
„Danke“ heißt das neueste Lied von Xavier Naidoo. Vielleicht haben Sie es ja auch schon gehört. Es ist ein musikalisches Dankschön an unsere Fußball-Nationalmannschaft und an die phantastischen Spiele, die sie uns während der Fußballweltmeisterschaft geboten hat. In dieses „Danke“ können scheinbar viele von uns mit einstimmen, denn das Lied verkauft sich gut.
Dabei sind wir Deutschen nicht unbedingt dafür bekannt, dass wir besonders dankbar wären. Eher neigen wir doch zum Nörgeln, jammern schnell und sehen meist alles sehr pessimistisch. Die Kommentare vor der Fußball-Weltmeisterschaft haben dies ja auch wieder gezeigt…
Dabei wäre es doch schön, wenn wir mehr danken würden. Nicht das inflationäre Danken am Telefon, wo fast jeder Anruf mit einem „Danke“ endet, das doch gerade deshalb nichts mehr aussagt.
Nein, ich meine ein echtes Danke. Eines, das deutlich macht, wie gut mir das getan hat, was mein Gegenüber getan oder gesagt hat. Ein Danke in dem deutlich wird: Ohne Deine Hilfe, Deine Ermutigung oder Geduld würde mir Entscheidendes fehlen.
Dabei geht es nicht in erster Linie um Dank für besondere Dinge, vielmehr ist dieses Danken oft angesagt bei den scheinbaren Selbstverständlichkeiten des Alltags: Bei der Tasse Kaffee, die im Büro bereit steht, bei den geputzten Schuhen oder der gewaschenen Kleidung, die bereit liegen, beim freundlichen Gruß, den ich jeden Tag erhalte. Das Erntedankfest, das wir jedes Jahr neu feiern, will uns daran erinnern, wie wichtig Danken ist. Sowohl das Danken gegenüber Menschen, aber auch das Danken gegenüber Gott. Gerade für die vielen kleinen Dinge des Alltags—denn die machen schließlich unser Leben aus. Ich möchte Sie einladen, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und an Erntedank inne zu halten und danke zu sagen: Gott und den Mitmenschen. Natürlich auch für diese wunderbare Fußballweltmeisterschaft, für deren friedlichen und harmonischen
Verlauf wir neben den Mannschaften und Organisatoren auch und gerade Gott danken können.
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