Mein Weg durch die Friedensgemeinde

Auch ich war mal dreißig... verheiratet und mit 3-jährigem Sohn erschien mir die Stelle in der Friedensgemeinde als Job damals ideal. Auf die „Institution" Kirche war ich zwar gar nicht gut zu sprechen, immerhin war ich als „Katholische" durch ev. Heirat und ev. Taufe unseres Sohnes exkommuniziert. Aber es war ja nur ein Job, für wie lange, darüber machte ich mir keine Gedanken. Doch Gott hatte andere Pläne mit mir, heute bin ich schlauer.

Mit Pfarrer Johannsen fing alles sehr schwungvoll an, die Gemeinde steckte noch in den Kinderschuhen, aber leider war ihm nur eine kurze Zeit für den Aufbau gegeben. Ich war dann erst mal allein, 10 Jahre betreute Pfr. Wolfgang Lichtenthaeler die Friedensgemeinde mit. In dieser Zeit erfuhr ich speziell durch Frau Bausch große Unterstützung bei meiner Arbeit. Nun kam wieder ein junger Pfarrer, Herr Friedhelm Sames. 4 Jahre leitete er unsere Gemeinde. Nach seinem Weggang sah ich auch für mich die Zeit gekommen, die Gemeinde zu verlassen und noch mal was anderes auszuprobieren.

Doch dann kam sie, eine Pfarrerin, Gisa Reuschenberg. In der Friedensgemeinde begann eine bis dahin nie gekannte fruchtbare Umtriebigkeit, viele neue Aktivitäten wurden ins Leben gerufen, neue Gruppen bildeten sich, für mich gab es viel zu tun. Die Friedensgemeinde wurde mir zur 2. Heimat, das war meine Gemeinde, hier fühlte ich mich wohl. Leider ging die Zeit mit „Gisa" viel zu schnell vorbei, aber ich war nun entschlossen, hier zu bleiben.

In dieser zufriedenen Ausgangssituation wartete ich nun auf einen neuen Pfarrer. Im Vorfeld wurde mir bekannt, dass er am selben Tag wie ich Geburtstag hat. War das ein gutes Zeichen?

Mit Pfarrer Bundschuh ging wieder ein neuer Vorwärtsruck durch die Gemeinde. Es wurden wieder neue Schwerpunkt gesetzt, für mich begann eine neue Zeit. Ich wurde „endlich" evangelisch und  auch in den Kirchenvorstand berufen. Hier konnte ich mich neu einbringen und auch Verantwortung für die Gemeinde übernehmen. Gleichzeitig wurde ich Vorsitzende der Gruppe „Ev. Frauen" .Unter der behutsamen und einfühlsamen Führung von Pfarrer Bundschuh konnte ich mich entfalten. Ich bin angekommen!!!

Vielen Dank an alle, die mich auf meinem Weg durch die Jahre meines Lebens und die Jahre durch die Friedensgemeinde begleitet haben. Mit nunmehr 65 Jahren werde ich der Gemeinde nicht verloren gehen, durch meine ehrenamtlichen Tätigkeiten bleibe ich weiter mit der Friedensgemeinde verbunden.

Uschi Stöber