Integration
„Der Islam gehört zu Deutschland" Diese Aussage unsers neuen Bundespräsidenten hat für einigen Wirbel gesorgt. Nur - warum?
Dass der Islam zu Deutschland gehört ist doch eine Selbstverständlich-keit: Es gibt deutsche Staatsbürger islamischen Glaubens und somit gehört der Islam genauso zu Deutschland wie das Christentum, der Buddhismus, Hinduismus, das Judentum oder jede andere Religionsgemeinschaft, der Deutsche angehören.
Schließlich gehören alle Menschen zu Deutschland, die die deutsche Staatsbürgerschaft haben und - meiner Meinung nach - auch alle, die hier bei uns auf Dauer leben wollen.
Damit stellt sich uns verstärkt die Aufgabe, Menschen unterschiedlicher Religion und kultureller Prägung in unserer Gesellschaft zu integrieren. Dabei verlang Integration immer Kompromisse: Menschen aus anderen Kulturkreisen sind vor die Herausforderung gestellt, die deutsche Sprache zu erlernen und sich die im Grundgesetz festgelegten Werte unserer Gesellschaft zu eigen zu machen. Menschen, deren Wurzeln in der deutschen Kultur liegen sind herausgefordert, andere kulturelle Prägungen als gleichberechtigt zu akzeptieren und alle gemeinsam müssen daran arbeiten, eine offene und tolerante Gesellschaft aufzubauen.
Dabei sind auch wir als Friedensgemeinde gefordert: Nicht nur dadurch, dass wir unsre Räumlichkeiten schon seit Jahrzehnten für Deutsch- und Integrationskurse zur Verfügung stellen, sondern nicht zuletzt dadurch, dass wir in einer Umgebung beheimatet sind, die von anderen Kulturen und Religionen geprägt ist. Dass wir uns dieser Herausforderung stellen zeigt unser Engagement im Kita-Bereich, wo wir nach wie vor viele Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund haben, unsere intensive Mitarbeit im Interreligiösen Rat, dessen Mitbegründer unsere Gemeinde ist, in der Arbeit mit Kindern im Rahmen des Spielmobiles und der Jungschar, sowie der vielen Gespräche, die wir immer wieder mit unseren meist muslimischen Nachbarn führen.
Ein weiterer Beitrag soll auch die Diskussionsrunde am 17. Januar zum Thema „Ist Religion gefährlich?" sein, zu der der interreligiöse Rat in die Christuskirche einlädt