11. September 2001

In diesem Jahr jähren sich zum zehnten Mal die Anschläge auf das World-Trade-Center. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie das damals hier in Kelsterbach war, als die Bilder der brennenden und dann zusammenstürzenden Türme um die Welt gingen: Es gab eine „ad-hoc" Andacht in der Christuskirche und im Anschluss wöchentliche Friedensgebete in unserer Gemeinde. Waren diese zunächst gut besucht, so bröckelte das Interesse bald - und so wurden die Gebete nach langen Jahren 2010 schließlich eingestellt.

„9-11", wie die Terroranschläge bald hießen, hat weitreichende Folgen, die bis heute zu spüren sind: Die USA reagierten auf dieses Ereignis u.a. mit dem Einmarsch in Afghanistan und der Internierung von potentiellen Terroristen in Guantanamo, wo bald durch folterähnlichen Methoden Geständnisse aus den Gefangenen geholt werden sollten. All dies geschah vordergründig, um die Welt sicherer zu machen -  wobei vieles, was seit damals geschah, auf andere Motive schließen ließ.

Sicherer ist die Welt auf alle Fälle nicht geworden - weder in Afghanistan, noch im Irak, in Russland oder wo immer Menschen bis heute von Terror, systematischer Folter und anderen Menschenrechts-verstößen bedroht sind. Daran ändert auch der Tod von Osama bin Laden nichts.

Sicherer wird sie wohl auch nicht werden, solange nicht die Ursachen des Terrorismus entschiedener bekämpft werden: Die Armut und Chancenlosigkeit in den arabischen Ländern und darüber hinaus, die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit oder Religion und anderes mehr.

Hier sind gerade wir Religionsgemeinschaften aufgerufen, tätig zu werden: Dadurch, dass wir darauf hinweisen, dass nicht der Glaube die Grundlage für Terror und Gewalt bildet, sondern der mangelnde Wille, die Güter dieser Welt gerecht zu verteilen.

Die Religionsgemeinschaften Kelsterbachs versuchen am 13. September um 19.30 Uhr durch ihre Gebete und die Menschenkette zwischen DITIP-Moschee und römisch-katholischer St.Markusgemeinde ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben zu setzen.

Kommen auch Sie und reihen Sie sich ein.